Referenzprojekt: Netztechnische Nachruestung einer Bestandsanlage
Fuer eine Freiflaechen-Photovoltaikanlage mit 2,2 MW installierter Leistung aus dem Jahr 2009 wurde die vollstaendige Einbindung in die neue Netzsteuerungstechnik der EWE Netz GmbH realisiert. Ziel des Projekts war es, die Bestandsanlage technisch so zu ertuechtigen, dass sie den aktuellen Anforderungen an Steuerbarkeit, Ueberwachung und Rueckmeldung im Verteilnetzbetrieb entspricht.
Im Fokus stand dabei nicht nur die reine Anbindung an die Netzleit- und Fernwirktechnik, sondern vor allem die zuverlaessige Umsetzung der vom Netzbetreiber geforderten Wirkleistungsreduzierung. Die Anlage musste in der Lage sein, vorgegebene Reduzierungsstufen sicher zu verarbeiten und die resultierende aktuelle Einspeiseleistung transparent zurueckzumelden. Damit wurde eine wesentliche Voraussetzung geschaffen, um die PV-Anlage in moderne Prozesse des Einspeisemanagements und des Redispatch 2.0 einzubinden.
Herunterregelung und Redispatch-faehigkeit
Ein zentraler Bestandteil des Projekts war die technische Umsetzung der ferngesteuerten Herunterregelung der Erzeugungsleistung. Hierfuer wurden die Sollwertvorgaben aus der neuen Netzsteuerung erfasst, in anlagenseitig verarbeitbare Steuerbefehle ueberfuehrt und an die vorhandenen SMA-Mittelspannungswechselrichter weitergegeben.
Die Loesung wurde so ausgelegt, dass Netzbetreiber-Eingriffe reproduzierbar, nachvollziehbar und mit klarer Zustandsrueckmeldung umgesetzt werden koennen. Dadurch laesst sich die Wirkleistung der Anlage gezielt anpassen, um Netzengpaesse zu vermeiden oder netzdienliche Eingriffe im Rahmen von Redispatch-Massnahmen umzusetzen. Gerade bei aelteren PV-Parks ist diese Nachruestung entscheidend, um Bestandsanlagen wirtschaftlich weiterbetreiben und gleichzeitig in aktuelle netzbetriebliche Konzepte integrieren zu koennen.
Neben der Stellgroessenuebergabe wurde auch die Rueckmeldung der tatsaechlich anliegenden Leistung umgesetzt. Dadurch ist jederzeit nachvollziehbar, welche Leistung aktuell eingespeist wird und ob angeforderte Reduzierungen korrekt umgesetzt wurden. Diese Transparenz ist fuer Netzbetreiber, Betriebsfuehrung und technische Nachweisfuehrung gleichermassen relevant.
Loxone als Schnittstelle zur Bestandsanlage
Die technische Kopplung zwischen Netzsteuerung und Anlageninfrastruktur erfolgte ueber Loxone als flexible Integrations- und Steuerungsplattform. Das System uebernahm die Funktion einer vermittelnden Schnittstelle zwischen den Anforderungen der neuen Netzsteuerungstechnik und der vorhandenen Wechselrichterlandschaft der Freiflaechenanlage.
Ueber diese Architektur konnten die bestehenden SMA-Mittelspannungswechselrichter in die neue Steuerungslogik eingebunden werden, ohne die komplette Leistungselektronik der Bestandsanlage zu ersetzen. Loxone uebernahm dabei die Verarbeitung der Steuerbefehle, die Ueberwachung der relevanten Betriebszustaende sowie die Bereitstellung der benoetigten Rueckmeldesignale zur aktuellen Einspeiseleistung und zum Anlagenstatus.
Ergebnis
Mit der Umsetzung wurde eine Photovoltaik-Bestandsanlage aus dem Jahr 2009 erfolgreich an die heutigen Anforderungen moderner Netzfuehrung angepasst. Die Anlage ist nun fuer ferngesteuerte Wirkleistungsreduzierungen, laufende Ueberwachung und praezise Leistungsrueckmeldungen vorbereitet und kann in netzdienliche Eingriffe sowie Redispatch-Prozesse eingebunden werden.
Das Projekt zeigt, wie sich auch aeltere Freiflaechen-PV-Anlagen mit vorhandener SMA-Mittelspannungstechnik durch eine sauber geplante Integrationsloesung auf Basis von Loxone technisch belastbar und wirtschaftlich sinnvoll in aktuelle Netzsteuerungskonzepte ueberfuehren lassen.


